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Staatssekretärin Petra Müller-Klepper zeichnet Kindertageseinrichtungen für Förderung der Sprachentwicklung aus


02.02.2012 13:47

Hochtaunuskreis. Für ihren Einsatz bei der Förderung der Sprachentwicklung wurden heute stellvertretend drei der 64 beteiligten Kindertagesstätten im Hochtaunuskreis mit dem KiSS-Siegel ausgezeichnet. Staatssekretärin Petra Müller-Klepper nahm die Auszeichnung in Steinbach vor. Seit 2009 beteiligt sich der Hochtaunuskreis am „Kinder-Sprach-Screening“, kurz KiSS-Programm, des Hessischen Sozialministeriums. Ziel des Programms ist es, Sprachentwicklungen und Deutschkenntnisse fest zu stellen, um bei Bedarf rechtzeitig die richtige Förderung oder Therapie beginnen zu können.

„Wir sind stolz darauf, dass bereits über die Hälfte der Kindergärten und Kindertagesstätten im Hochtaunuskreis die Sprachförderung der Kinder unterstützen. Die Sprache ist ein wichtiger Bestandteil für die Bildung sozialer Kontakte. Damit ist sie gerade für Kinder von enormer Bedeutung“, so Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wolfgang Müsse bei der Feierstunde. Das Siegel bekam der Städtische Kindergarten „Am Weiher“ (Steinbach), die Städtische Kindertagesstätte „Stettiner Ring“ (Friedrichsdorf) und der Städtische Kindergarten „Tabaluga“ (Usingen). Die übrigen, am Programm teilnehmenden Einrichtungen erhalten das Siegel in den kommenden Wochen.

„Mit dem Siegel können die Einrichtungen ihr Engagement auch öffentlichkeitswirksam dokumentieren. Schließlich investieren die Sprachexperten und Erzieherinnen Zeit in die Untersuchung der Kinder einerseits und binden andererseits auch die Eltern durch intensive Gespräche in die Sprachförderung ihrer Kinder ein“, beschreibt Dr. Müsse den Einsatz im Rahmen des Programms. Er nahm die Siegelübergabe zum Anlass, bei den Trägern der Kindertageseinrichtungen - Städte und Gemeinden, Kirchen und Freie - für eine Teilnahme an dem Programm zu werben. Derzeit gibt es circa 126 Kindergärten bzw. Kindertageseinrichtungen im Hochtaunuskreis, die Kinder im Alter von vier bis viereinhalb Jahren betreuen.

 

Der Hochtaunuskreis zertifizierte im Laufe des Projektes seit 2009 14 Logopädinnen, Sprachheillehrerinnen und niedergelassene Sprachtherapeutinnen zu so genannten Sprachexperten. Sie sind damit ausgebildet, den Sprachstand vier- bis viereinhalbjähriger Kinder zu erfassen und Sprachbeeinträchtigungen festzustellen. Aufgabe der Sprachexperten ist es zudem, Erzieherinnen und Erzieher in allen teilnehmenden Kindergärten zu schulen, damit diese die Sprachtests durchführen können. Derzeit können 119 Erzieherinnen Tests durchführen. Der Test dauert etwa 15 Minuten und umfasst den Wortschatz, Grammatik, die Artikulation und die Spontansprache. Zusätzlich erhalten Erzieherinnen und Eltern Fragebögen, um ihrerseits die sprachliche Entwicklung des Kindes zu beurteilen. Die Sprachexperten unterstützen die Erzieherinnen hierbei und untersuchen sprachauffällige Kinder weitergehend. Der Test umfasst alle Kinder unabhängig vom Zuwanderungshintergrund.