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Notfallstation im Einsatz getestet: Katastrophenschutzübung im Hochtaunuskreis


05.11.2011 16:51

Hochtaunuskreis. Rund 250 Einsatzkräfte und Statisten haben im Rahmen einer Katastrophenschutzübung die Einsatzbereitschaft einer so genannten Notfallstation getestet. Notfallstationen müssen nach Vorgabe des Landes Hessen in allen Landkreisen für die medizinischen Sichtung und Erstversorgung bei nuklearen Katastrophen vorgehalten werden. Sie dienen der Erstversorgung und medizinischen Sichtung betroffener Personen. „Wir können noch so viele theoretische Überlegungen anstellen, doch erst in einer groß angelegten Übung zeigt sich, ob unsere Überlegungen der Praxis standhalten. Das Zusammenwirken der Einsatzkräfte ist dabei ebenso von Bedeutung, wie die Umsetzung der Vorgaben am Einsatzort“, fasste Landrat Ulrich Krebs die Zielsetzung der Übung zusammen. Er erläuterte, dass der Hochtaunuskreis die Sporthalle der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach als Notfallstation ausgewählt habe, da sie den gestellten Anforderungen am besten entspreche. So sei die Halle zum einen aus der Verkehrssicht gut angebunden, verfüge zum anderen über ausreichend Parkmöglichkeiten und habe zudem die sanitären Einrichtungen und Wasch- und Duscheinrichtungen zur Dekontamination.

 

Nachdem in den vergangenen Jahren bereits vier Waldbrandübungen in Usingen und zwei Übungen mit einer Großschadenslage (Explosion, Feuer und größere Anzahl von Verletzten) auf dem Truppenübungsplatz in Daaden stattfanden, habe der Fachbereich Brandschutz-, Rettungsdienst und Katastrophenschutz 2010 die Planungen für die Übung an der Notfallstation begonnen, die in der heutigen Übung mündeten.

Landrat Krebs bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz und bei den Mitarbeitern des Fachbereichs Brandschutz-, Rettungsdienst und Katastrophenschutz für die Organisation der Übung.

Der Landrat wies zudem darauf hin, dass bereits heute Planungen für eine Tierseuchenübung im Jahr 2012 liefen.

 

Übungsdetails:

Angenommen wurde ein Schaden am Kraftwerk Neckarwestheim, in dessen Folge radioaktive Stoffe ausgetreten sind. Auf Bitten der Landesregierung Baden-Württembergs wurde dem Land Hessen ein Kontingent Betroffener zugeteilt. Die Aufteilung der Betroffenen erfolgte durch das Regierungspräsidium Darmstadt und somit hat auch der Hochtaunuskreis in seiner Notfallstation Personen zu versorgen.

Rund 100 Betroffene kamen nun also in den Hochtaunuskreis. Sie wurden zunächst zum Hessenpark geleitet. Hier fand eine erste Kontrolle und Messung möglicher Strahlenbelastung statt. Mit einem Bus wurden die kontaminierten Personen dann zur Notfallstation gebracht. Hier durchliefen sie folgende Stationen:

- Aufnahme und Versorgung

- Kontaminationskontrolle

- Dekontamination

- Abschätzung der Strahlenbelastung

- Ärztliche Beurteilung und Betreuung

- Weiterleitung behandlungsbedürftiger Personen in Krankenhäuser

- Weiterleitung von Personen in Aufnahmegebiete

 

An der Übung nahmen neben den Statisten folgende Einheiten des Hochtaunuskreises teil:

- zwei Sanitätszüge (DRK Bad Homburg, Oberursel, Kronberg Königstein und der Malteser Hilfsdienst)

- zwei Betreuungszüge (DRK Neu-Anspach, Weilrod, Friedrichsdorf und Kronberg)

- ein GABC-Zug (Feuerwehr Oberursel und Feuerwehr Friedrichsdorf)

- Übungsleitung und Beobachter