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Hochtaunuskreis und Bad Homburg setzen Aktion „HaLT – Hart am Limit“ um


16.03.2011 10:39

Hochtaunuskreis. Das Projekt „HaLT - Hart am Limit“ wird auch im Hochtaunuskreis umgesetzt. Darauf haben sich der Hochtaunuskreis und die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe geeinigt. Sie schließen eine Vereinbarung, in der die Aufgabenteilung und die Finanzierung von „HaLT“ geregelt sind.

 

Das Projekt beginnt vor dem Hintergrund besorgniserregender Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Nach denen geht der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, zwar insgesamt leicht zurück. Doch die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit ihrem Trinkverhalten einen schnellen und starken Rausch anstreben, steigt seit dem Jahr 2000 kontinuierlich an. 2008 wurden 25.700 Personen im Alter zwischen zehn und 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt, eine um 170 Prozent höhere Zahl als noch im Jahr 2000.

 

„Diese Entwicklung beobachten wir leider auch bei uns. Wir wollen dem gemeinsam möglichst früh entgegenwirken. Das Projekt ‚Hart am Limit’ hat sich unter wissenschaftlicher Begleitung an elf Modell-Standorten bereits bewährt. ‚HaLT’ ist geeignet, Jugendliche von diesem gefährlichen Weg wieder abzubringen oder sie bereits vorher von exzessivem Trinken abzuhalten. Deshalb haben sich die Stadt und der Kreis entschlossen, das Projekt gemeinsam umzusetzen“, erklären die für Soziales zuständigen Dezernenten, der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Wolfgang Müsse und Stadtrat Dieter Kraft.

 

„Hart am Limit“ besteht aus zwei Teilen. Der reaktive Projektbaustein sieht ein sogenanntes Brückengespräch mit Jugendlichen nach einer stationär behandelten Alkoholvergiftung vor. Zusätzlich zu der Einzelberatung für Jugendliche und gegebenenfalls deren Eltern gibt es ein Gruppenangebot. Die Jugendlichen setzen sich dabei mehrfach mit ihrem riskanten Konsumverhalten auseinander. Weitere Einrichtungen wie Jugendberufshilfe, Ärzte und Justiz können eingebunden werden. Den reaktiven Baustein übernimmt das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe für den Hochtaunuskreis.

 

Ein proaktiver Projektbaustein wird das Vorgehen ergänzen. Die Prävention hat das Ziel, Alkoholexzesse und schädlichen Konsum bereits im Vorfeld zu verhindern. Schlüsselbegriffe sind Verantwortung und Vorbildverhalten von Erwachsenen im Umgang mit Alkohol, die konsequente Einhaltung es Jugendschutzgesetzes und eine Sensibilisierung der Bevölkerung. Diesen Part übernimmt der Hochtaunuskreis. Hierzu werden verschieden Partner wie die Ordnungs- und Jugendämter, das Gesundheitsamt, die Polizei, der Kreisjugendring und Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes ein abgestimmtes Vorgehen zum Schutz und damit Wohl der Jugendlichen festlegen.

 

Die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe übernimmt einen Großteil der Personalkosten für das Projekt. Der Magistrat hat zugestimmt, jährlich 14.500 Euro zuzuschießen. Der Kreis stellt zusätzlich 5.000 Euro und Personalressourcen bereit und beantragt außerdem einen Zuschuss beim Land. Dessen mögliche Unterstützung in Höhe von weiteren 7.500 Euro wird in das Projekt fließen.