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Duftzaun gegen Wildunfälle: Teststrecke an der B275


05.04.2011 16:22

Hochtaunuskreis. Um zukünftig Wildunfällen vorzubeugen, haben der Hochtaunuskreis und die Polizeidirektion Hochtaunus gemeinsam mit dem ADAC an der B275 zwischen Usingen und Merzhausen einen Duftzaun „gesetzt“.

„Wir mussten gemeinsam mit der Polizei in den letzten Jahren feststellen, dass die Wildunfälle gerade im Usinger Land zugenommen haben. Um die Sicherheit von Mensch und Tier zu erhöhen, testen wir nun in einem Pilotprojekt den Duftzaun, der zur Verringerung der Unfallzahlen beitragen soll“, berichtet Landrat Ulrich Krebs.

 

Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Hochtaunuskreis 522 von der Polizei registrierte Wildunfälle. „Das ist eine Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und zeigt einen entgegengesetzten Trend zu der allgemeinen Entwicklung von Verkehrsunfällen. Entlang unserer Teststrecke für den Duftzaun waren es 2010 insgesamt 21 Wildunfälle“, so Thomas Dietrich, Polizeidirektion Hochtaunus. Für die Unfallkommission des Hochtaunuskreises, die sich aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde des Kreises und der Polizei zusammensetzt, war das ein Grund zum Handeln. „Wir haben uns dann entschieden, auf die Erfahrung des ADAC zurückzugreifen, der bereits Erfahrungen mit Duftzäunen gesammelt hat. Die Jagdpächter entlang unseren Teststrecke haben die rund 1.600 Duftnester in die Bäume gesetzt“, so Peter Schubert, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Hochtaunus, weiter.

 

Wie der Duftzaun funktioniert, erläutert Siegfried Wetterau, Vorstand für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen: „Die Duftdepots enthalten Duftspuren der natürlichen Feinde des Wildes, wie Bär, Wolf, Luchs und Mensch. Von diesen Düften irritiert, verharren Reh, Hirsch und Wildschwein eine Weile an der Straße. Dadurch haben Autofahrer die Möglichkeit, das Wild frühzeitig zu sehen und ihre Geschwindigkeit rechtzeitig zu verringern.“ „Und die Maßnahme funktioniert: Beim 2008 initiierten Duftzaun-Pilotprojekt an der Strecke zwischen Neustadt und Stadtallendorf konnte die Zahl der Wildunfälle um 80 Prozent reduziert werden“, so Wetterau weiter. Das natürliche Verhalten der Tiere werde durch den Duftzaun nicht beeinträchtigt.

 

Zwei Jahre wollen Kreis und Polizei die Auswirkungen des Duftzaunes beobachten, die Erkenntnisse auswerten und die Duftzäune dann auch an anderen Streckenabschnitten einsetzen.

 

Bild (v.l.n.r.): Peter Schubert (regionaler Verkehrsdienst Polizeidirektion Hochtaunus), Wolfgang Herda (ADAC), Walter Freyeisen (Kreisjagdberater), Landrat Ulrich Krebs, Thomas Dietrich (regionaler Verkehrsdienst Polizeidirektion Hochtaunus), Siegfried Wetterau (Vorstand für Verkehr, Umwelt und Technik des ADAC Hessen-Thüringen)